Solidarität mit den Uni Besetzungen

Freitag, 23. Oktober 2009 @ 14:53

Nein, es sind nicht die UnternehmerInnen, auch nicht die RektorInnen oder ProfessorInnen, die UniversitätsassistenInnen, Lehrbeauftragten oder die StudentInnen der Wirtschafts”universität” Wien oder gar die PolitikerInnen selbst, es sind die StudentInnen der Akademie der bildenden Künste in Wien, die nunmehr mit Protesten gegen den schleichenden aber ständig laufenden Bildungsabbau kämpfen.

In der Zwischenzeit haben die gestern begonnen Aktionen der Studierenden der Bildenden auch auf die Universität Wien übergegriffen und aktuell verharren die Studierenden im größten Hörsaal der Universität Wien, dem Audimax, und widerstehen den Übergriffen durch die Exekutive.

Dabei ist schon bemerkenswert, dass gerade jene, die eigentlich noch die “Bildung” benötigen, also die Studierenden, offensichtlich die einzig noch ausreichend gebildeten und nocht nicht von Unternehmen, Politik, Medien, etc. korumpierten Menschen sind, die spüren, dass ihnen keine zufriedenstellenden Antworten auf ihre niegierigen Fragen gegeben werden, dass sie mit “effizienten” Studien inhaltlich Leer ausgehen, dass Bildung nichts mit Einsparungspotentialen zu tun hat, dass es da noch mehr gibt, als profitable Unternehmen, monetärer Reichtum, lineare Karrierewege in tayloristischen (effizienten) Arbeitsumgebungen.

Paradox: Diejenigen, die Bildung “benötigen”, müssen diejenigen, die eigentlich die Bildung haben sollten, um zu verstehen, dass nur Investitionen in Bildung, Forschung, Kunst und Kultur (zumindest) sozialen Frieden und vieles andere mehr bringen können, nun von diesen Zusammenhängen mühsam überzeugen.

1 Die Bezeichnung “Universität” ist in diesem Fall ohnehin irreführend, da die “Wirtschaftsuniversität” nach den dort gelehrten Inhalten und den Forschungsergebnissen als Fachhochschule oder als Management School zu werten ist. Dass die Wirtschaftsuniversität trotzdem als “Universität” budgetiert und “firmiert” ist Bildungspolitisch äußerst problematisch.

2 Österreich liegt im OSZE- und im EU-Vergleich mit den den Bildungsausgaben im Verhältnis um Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich unter den Empfehlungen.

3 Ganz zu schweigen von erfüllten, zufriedenen, engagierten jungen und gebildeten Menschen, die eine Perspektive haben und ihrer Gesellschaft ein vielfaches über die Jahre zurückgeben.

---- aus http://www.startblatt.net

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