Montag, 22. April 2013 @ 22:09

Wieder einmal benutzt die FPÖ die Drogenthematik, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren und Politik auf dem Rücken der Schwächsten der Gesellschaft zu machen. Dabei beruft sie sich auf einen Artikel im Kurier, in dem behauptet wird, illegale Drogen würden in Österreich jährlich einen Schaden in Höhe von 34 Milliarden Euro verursachen (siehe Links). Abgesehen davon, dass die Zahl völlig absurd ist (dazu später mehr) könnte man meinen, von Rechtspopulist_innen, Kellernazis und deutschnationalen Burschenschaftern sei ja nichts anderes zu erwarten.
Doch bei den anderen etablierten Parteien sieht es kaum besser aus: SPÖ und ÖVP halten krampfhaft und ohne Argumente am Cannabisverbot fest, die ÖVP fordert flächendeckende Haartests bei verdächtigen (!) Jugendlichen, und auch die Grünen, allen voran Eva Glawischnig, sind längst von ihrer früheren Position der Legalisierung abgerückt.
Die Medien, speziell Krone und Gratiszeitungen, aber auch konservative Tageszeitungen wie Presse und Kurier machen sich zum Erfüllungsgehilfen und ebenfalls regelmäßig Stimmung gegen illegale Drogen.
Bei dem Argument, das für Drogen ausgegebene Geld werde „der Wirtschaft entzogen“, wird dann offensichtlich, worum es eigentlich geht: der Staat und die Massenmedien sorgen sich nicht etwa um unsere Gesundheit, sondern um die Wirtschaft, unsere wirtschaftliche Verwertbarkeit und ihre Wiederwahl beziehungsweise im Fall der Medien, die der ihnen jeweils nahestehenden Partei(en) – und gehen dabei mit dumpfer Panikmache auf Stimmenfang. Dabei spielt die Wahrheit keine Rolle: die angeblich 11 Milliarden Euro, die jährlich in Österreich für illegale Drogen ausgegeben werden sollen, rechnet man einfach so zum „angerichteten Schaden“, obwohl es sich hierbei um private Ausgaben der Konsument_innen handelt. Davon, dass die Zahlen absolut unseriös sind, ganz zu schweigen (wenn 12% der Bevölkerung illegale Substanzen konsumieren, würde das bedeuten, dass jede_r von ihnen im Schnitt ca. 10.700 Euro pro Jahr für illegale Drogen ausgibt).
Wir wollen an dieser Stelle auf einige der gängigsten Klischees und Verbotsargumente eingehen und deutlich machen, warum es sich dabei um billige Vorwände handelt. Es geht uns nicht darum, Drogenkonsum zu verharmlosen oder zu verherrlichen – jede Droge hat ein gewisses Gefahrenpotenzial. Allerdings: gefährlich und im schlimmsten Fall tödlich sind auch beispielsweise Extremsportarten. Und wenn ein Jörg Haider sich besoffen zu Tode rast, kommt auch niemand auf die Idee, Alkohol zu verbieten oder gar dem Auto die Schuld daran zu geben. Dementsprechend sind wir der Meinung, dass erwachsene Menschen, denen die Gefahren bekannt sind, die Möglichkeit haben sollten, auf eigene Verantwortung Drogen zu konsumieren.
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